GESCHICHTEN VOM HOF
Wie kommt eine Aktie in den S&P 500 – und wie fliegt sie wieder raus?
· Das StockPets-Team · Aktualisiert
Der S&P 500 wird gern als „Amerikas 500 führende Unternehmen“ beschrieben, doch die Liste steht nie still. Jedes Jahr kommen Unternehmen hinzu, und andere gehen. Wer weiß, wer entscheidet, nach welchen Kriterien und was mit den Unternehmen passiert, die herausfallen, liest einen Indexchart mit anderen Augen.
Kurz gesagt
Über die Aufnahme in den S&P 500 entscheidet das Indexkomitee von S&P Dow Jones Indices. Nach der Methodik vom Juli 2026 muss ein Unternehmen seinen Sitz in den USA haben, einen Börsenwert von mindestens 22,7 Milliarden US-Dollar erreichen, im letzten Quartal und in den letzten vier Quartalen zusammen positive GAAP-Gewinne ausweisen und rege gehandelt werden. Ein Ausschluss lässt ein Unternehmen nicht verschwinden, seine Aktien werden meist weiter gehandelt. Der Samenladen in StockPets folgt dieser Geschichte und zeigt jeden Samen ab dem Monat, in dem sein Unternehmen in den Index kam.
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Wer entscheidet, was im S&P 500 steckt?
Der S&P 500 wird von S&P Dow Jones Indices verwaltet. Aufnahmen und Streichungen folgen keiner automatischen Formel, sondern werden von einem Indexkomitee aus fest angestellten Mitarbeitern beschlossen. Es trifft sich monatlich, um Kapitalmaßnahmen, Indexstatistiken, Kandidaten und die Marktlage zu prüfen. Die Regeln sind öffentlich, doch in die endgültige Entscheidung fließt auch das Urteil des Komitees ein.

Deshalb ist der S&P 500 nicht einfach die Liste der 500 größten US-Unternehmen nach Börsenwert. Das Komitee wählt unter den zulässigen Unternehmen aus und achtet dabei auch auf Dinge wie das Gleichgewicht der Sektoren. Ein Unternehmen kann also groß sein und trotzdem noch auf die Aufnahme warten.
S&P 500 Aufnahmekriterien (Methodik vom Juli 2026)
| Kriterium | Was es bedeutet |
|---|---|
| Sitz | Ein US-Unternehmen |
| Börse | Notiert an einer zulässigen US-Börse wie NYSE oder Nasdaq; OTC-Märkte zählen nicht |
| Börsenwert | Mindestens 22,7 Milliarden US-Dollar für das Unternehmen, davon mindestens die Hälfte als streubesitzbereinigter Wert |
| Streubesitz | Investierbarer Gewichtungsfaktor (IWF) von mindestens 0,1 |
| Liquidität | Streubesitzbereinigte Liquiditätsquote von mindestens 0,75 und in jedem der letzten sechs Monate mindestens 250.000 gehandelte Aktien |
| Finanzielle Tragfähigkeit | Positiver GAAP-Nettogewinn im letzten Quartal und in den letzten vier Quartalen zusammen |
Wann fliegen Unternehmen aus dem Index?
- Fusionen und Übernahmen. Wird ein Unternehmen übernommen oder fusioniert, verlässt es den Index meist dann, wenn seine Aktien nicht mehr gehandelt werden. Das ist der häufigste Grund.
- Deutlich außerhalb der Regeln. Ein Unternehmen, das stark schrumpft oder andere Kriterien erheblich verfehlt, kann nach Ermessen des Komitees gestrichen werden.
- Platz schaffen. Kommt ein Unternehmen hinzu, muss ein anderes gehen. Geschrumpfte Unternehmen wechseln oft in den S&P MidCap 400 oder SmallCap 600.
Ein feiner Unterschied: Die Aufnahmeregeln sind keine Verbleiberegeln. Ein bestehendes Mitglied fliegt nicht heraus, nur weil es ein Kriterium kurzzeitig verfehlt. Änderungen werden in der Regel mindestens drei Börsentage im Voraus angekündigt, um 17:15 Uhr US-Ostküstenzeit.
Ein echtes Beispiel: Wann kam Tesla in den Index?
Tesla erfüllte im Sommer 2020 die Gewinnvoraussetzung, wurde bei der vierteljährlichen Neugewichtung im September aber übergangen. Die Aufnahme wurde am 16. November angekündigt, und vor Handelsbeginn am 21. Dezember 2020 kam Tesla in den Index – die bis dahin größte Aufnahme in der Geschichte des Index. Das zeigt: Die Kriterien zu erfüllen und tatsächlich aufgenommen zu werden, sind zwei verschiedene Dinge.
Bewegt sich eine Aktie direkt nach der Ankündigung ihrer Aufnahme, spricht man vom Indexeffekt, weil Fonds, die den Index abbilden, sie kaufen müssen. Viele Studien kommen allerdings zu dem Ergebnis, dass dieser Effekt im Lauf der Zeit kleiner geworden ist.
Aus dem Index heißt nicht weg
Den Index zu verlassen und delistet zu werden, sind zwei verschiedene Dinge. Ein Ausschluss bedeutet, dass das Unternehmen nicht mehr auf dieser einen Liste steht; seine Aktien werden meist weiter an der Börse gehandelt. Ein Delisting bedeutet, dass der Börsenhandel endet. Bei einer Fusion kann beides gleichzeitig passieren.
| Aus dem Index genommen | Delistet | |
|---|---|---|
| Bedeutung | Nicht mehr auf der Liste der Indexmitglieder | Der Börsenhandel endet |
| Aktien | Werden meist weiter gehandelt | Werden nicht mehr an der Börse gehandelt |
| Pflanze in StockPets | Weiter halten und handeln | Die Pflanze welkt und ist nichts mehr wert |
In den StockPets-Spieldaten hatten 41 der 229 im Januar 1996 verfügbaren Samen den Index bis September 2026 verlassen, waren aber weiterhin handelbar. Wir verfolgen sie in unserem Artikel über Survivorship Bias, die Delisting-Regel steht im Delisting-Ratgeber.
Wie folgt der Samenladen in StockPets der Liste?
- Samen erscheinen im Monat der Aufnahme. War ein bekanntes Unternehmen noch nicht im Index, gibt es seinen Samen im Laden von 1996 nicht. Der Amazon-Samen taucht im November 2005 auf, als Amazon aufgenommen wurde.
- Ein Ausschluss nimmt dir keine Pflanze vom Feld. Solange es Kurse gibt, kannst du sie weiter anbauen, kaufen und verkaufen.
- Die heutige Liste wird nie in die Vergangenheit verschoben. So wird die Samenliste selbst zu einer Zeitleiste der Indexänderungen.




Die Frage, die dir bleibt
Der Monat, in dem ein neuer Name im Samenladen auftaucht, ist der Monat, in dem dieses Unternehmen wirklich in den S&P 500 kam. Manche waren bis dahin schon stark gestiegen, andere traten danach jahrelang auf der Stelle. Fragen wie „Hätte ich gewonnen, wenn ich gewusst hätte, welche Unternehmen aufgenommen werden?“ kannst du ohne echtes Geld nachgehen. Wo die Reise beginnt, liest du in Was wäre, wenn du zurück ins Jahr 1996 könntest?.
Häufige Fragen
Welche Kriterien gelten für die Aufnahme in den S&P 500?
Nach der Methodik vom Juli 2026 muss ein Unternehmen seinen Sitz in den USA haben und an einer zulässigen US-Börse notiert sein, einen Börsenwert von mindestens 22,7 Milliarden US-Dollar erreichen, im letzten Quartal und in den letzten vier Quartalen zusammen positive GAAP-Gewinne ausweisen sowie genug Streubesitz und Handelsvolumen haben. Die endgültige Entscheidung trifft das Indexkomitee.
Wie oft ändert sich der S&P 500?
Einen festen Termin für die Neuzusammensetzung gibt es nicht; Änderungen erfolgen nach Bedarf. Das Indexkomitee trifft sich monatlich, und Änderungen werden in der Regel mindestens drei Börsentage im Voraus angekündigt.
Was passiert mit einer Aktie, die aus dem S&P 500 fliegt?
Ein Ausschluss streicht sie nur von der Indexliste, die Aktien werden meist weiter gehandelt. Geschrumpfte Unternehmen wechseln oft in den S&P MidCap 400 oder SmallCap 600.
Warum hat der S&P 500 mehr als 500 Aktien?
Manche Unternehmen haben mehr als eine Aktiengattung an der Börse, und jede Gattung ist im Index enthalten. Der Index bildet also 500 Unternehmen ab, aber etwas mehr als 500 Aktien.
Kann ich in StockPets eine Pflanze behalten, wenn ihr Unternehmen den Index verlässt?
Ja. Solange es weiter Kurse gibt und das Unternehmen nicht delistet wird, kannst du sie weiter halten und handeln. Wird es delistet, auch durch eine Fusion, welkt die Pflanze und ist nichts mehr wert.
StockPets ist ein Spiel, das ausschließlich virtuelle Münzen verwendet. Nichts auf dieser Seite ist eine Anlageberatung, und vergangene Kursänderungen lassen keine Rückschlüsse auf künftige Ergebnisse zu.